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Schon
als Kind lernte Carl Maria das Leben im und um's Theater kennen, sein
Vater gründete kurz nach seiner Geburt die "Webersche Theatergruppe"
in Hamburg. Der junge Carl wurde anfänglich von seinem Vater und seinem
Bruder unterrichtet, die ständigen Ortswechsel liessen den Unterricht
bei einem richtigen Lehrer nicht zu. Als sich die Gesundheit seiner
Mutter zusehendlich verschlechterte, liess sich die Familie für längere
Zeit nieder, während die Theatergruppe alleine weiterzog. Von da an
genoss Carl Unterweisungen von namhaften Musikern (J.P. Heuschkel, Michael
Hayden). Neben Klavierunterricht wurde er in die Theorie des Generalbasses
und der Komposition eingeführt.
Seine Mutter starb als er gerade 12 war. Nach weiteren Ortswechseln
mit der Truppe startete Weber zusammen mit seinem Vater musikalische
Reisen, die ihn schliesslich auch nach Wien brachten. Intensiv studierte
er die Werke grosser Meister. In einem Mitschüler des Abt Voglers fand
er einen treuen Freund, mit dem er seine Jugend in vollen Zügen genoss.
Mit sechzehn nahm er den Posten als Kapellmeister in Breslau an, den
ihm sein Lehrer vermittelte.
Nach drei Jahren im Amt unternahm Weber eine Konzertreise durch Deutschland.
Er begann ein Studium der Philosophie, pflegte Kontakt zu bildenden
Künstlern und spielte in Gesellschaft von Studenten seine Lieder, die
er mit der Gitarre begleitete, immer zur Freude der Zuhörer. Zu dieser
Zeit überarbeitete er auch seine Oper "Das Waldmädchen", die er bereits
als 13-jähriger schrieb und 1800 uraufgeführt wurde. Frankfurt war die
erste Stadt, die ihm Glück brachte, hier wurde seine Oper "Silvana"
aufgeführt. Wenig später nahm er die Arbeit an seiner komischen Türkenoper
"Abu Hassan" (BMG, CPO) in Angriff, welche schon 1811 in München das
erste Mal auf die Bühne gebracht wurde. Im selben Jahr reiste er durch
die Schweiz, wo er in den "Helvetischen Musikverein" aufgenommen wurde.
Wieder in München komponierte er sein 2. Klarinettenkonzert, welches
er, wie schon das erste, für seinen Freund, den Klarinettisten Bärmann
schrieb
Ein Jahr nach dem Tode seines Vaters, 1813, wurde Weber Operndirektor
in Prag. Dort trat seine zukünftige Frau Caroline in sein Leben, welche
an der Oper als Sängerin beschäftigt war. Nachdem Weber die Stelle 1816
kündigte, reiste er zurück nach Deutschland. Nach einem Aufenthalt in
Berlin wurde ihm das Amt des königlich-sächsischen Kapellmeisters in
Dresden verliehen. Den Titel teilte er mit Morlacchi, der Leiter der
italienischen Oper war. Am 30.11.1817 heiratete er seine Caroline in
Prag, nachdem sie und ihre Mutter sich von Webers Erfolg und seiner
gesellschaftlichen Stellung überzeugt hatten. Die Ehe stand anfänglich
unter einem unglücklichen Stern, im Dezember 1818 gebar seine Frau ein
Töchterlein, das kurz darauf starb. .
Nach dieser schweren Zeit strotzte Weber vor Kreativität, er schrieb
viele seiner heute bekanntesten Werke, sein interessantes Kammermusikwerk
"Trio für Pianoforte, Flöte und Violoncello", vierhändige Klavierstücke,
"Polacca brillante", deren virtuose Qualitäten schon den Bogen zu Chopins
Polonaisen schlagen, und sein wohl bekanntestes Klavierstück "Aufforderung
zum Tanz". Berlioz hat es Jahre später für Orchester bearbeitet, in
dieser Form wird es bis heute noch vorgetragen. Den "Freischütz" schrieb
Weber im Auftrag des Grafen Brühl, der auch den Namen ändern lies, anfänglich
sollte die Oper "die Jägerbraut" heissen. Im Juni 1821 fand die Uraufführung
statt, ein grosser Durchbruch für Weber.
Im Herbst 1821 erlitt Carl Maria den ersten Blutsturz. Seine schlechte
Gesundheit hinderte ihn nicht daran, einen Auftrag von Domestico Barbaja
anzunehmen, eine Oper im Freischütz-Stil für Wien zu komponieren, "Euryanthe"
entstand. Webers Gesundheitszustand verschlechterte sich weiter, ein
Wettlauf mit dem Tode begann. Er hielt sich von gesellschaftlichen Anlässen
fern und vermied es, an die Öffentlichkeit zu treten. Im Februar 1826
reiste Weber nach London. Er erhielt eine Anfrage des Opernhauses, seine
Opern "Preziosa" (Uraufführung 1821) und "der Freischütz" zu dirigieren
und eine neue Oper, die er eigens zu diesem Zweck schrieb, aufzuführen.
Es war ein Abschied für immer, dessen war sich Weber sicher. Seine Ankunft
in London löste eine wahre Massenhysterie aus. Am 12. April 1826 wurde
"Oberon" uraufgeführt, der Erfolg hielt sich nicht in Grenzen. Am 4.
Juni, zwei Tage bevor Weber die Heimreise antreten wollte, starb er
im Schlaf.
Weber hinterlies 13 Werke, davon 2 Messen, Jubel-Kantate und -Ouvertüre
sowie viele kleine Arbeiten. Weber beeinflusste die deutsche Oper nachhaltig,
viele sind seinem Vorbild gefolgt, mit mässigem wie auch mit grossem
Erfolg. |
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