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Giuseppe Verdi wurde in einem kleinen Dorf
in der heutigen Provinz Parma geboren und erhielt seine erste musikalische
Ausbildung von Kirchenorganisten in Roncole und Busseto. Ein Kaufmann
namens Antonio Barezzi war so beeindruckt von seinem Talent, daß er
ihm 1832 das Studium am Konservatorium Mailand finanzierte. Nach seinem
Studium kehrte Verdi nach Busseto zurück, wirkte dort als Kapellmeister
und heiratete die Tochter seines Gönners, Margherita. Drei Jahre später
kam er zusammen mit seiner Familie wieder nach Mailand, wo seine erste
Oper, "Oberto", im November 1839 an der La Scala Premiere hatte. Der
Erfolg war groß genug, daß er einen Vertrag für drei weitere Opern
erhielt. In den Jahren 1838 bis 1840 starben beide Kinder und seine
Frau. Außerdem wurde die Premiere seiner zweiten Oper, "Un giorno
di regno", im September 1840 zum Fiasko. Verdi stand beruflich und
privat vor einem Scherbenhaufen. Der Intendant der Scala setzte jedoch
weiterhin Vertrauen in das Genie Verdis, das im März 1842 mit dem
triumphalen Erfolg der Oper "Nabucco" bestätigt wurde. In diesem Jahrzehnt
wurde Verdi zu einem Kenner großer Literatur. Es gelang ihm, die Dramatik
von Hugo ("Ernani" (1844) und "Rigoletto" (1851)), von Schiller ("Luisa
Müller" (1850)) und Shakespeare ("Macbeth" (1847)) in eine einzigartige
Atmosphäre seiner Opern zu transferieren. Seine folgenden Opern, "Les
vêpres siciliennes" (1855), "Un ballo in maschera" (1859), "Don Carlos"
(1867) und "Aida" (1871) waren von der französischen Grand Opéra und
besonders von Giacomo Meyerbeer beeinflußt. Verdi nahm nun nur noch
Aufträge an, wenn sie ihn wirklich interessierten, sons lebte er als
wohlhabender Mann auf seinem Anwesen in der Nähe von Busseto. So kam
es, daß er erst in den achtziger und neunziger Jahren des vorigen
Jahrhunderts wieder produktiv wurde. Es entstanden eine zweite Version
von Simon Boccanegra (1881) und, als Zeugnis seiner Verehrung Shakespeares,
Otello (1887) und Falstaff (1893). Von seinen 28 Opern gehören über
ein Dutzend zum Standardrepertoire. Er dominierte die italienische
Oper über 50 Jahre. Zu seinem Begräbnis sollen über 30.000 Leute die
Straßen von Mailand gesäumt und spontan 'Va pensiero' aus "Nabucco"
angestimmt haben.
Opernschaffen:
Oberto Conte di San Bonifacio, 1839; Un Giorno di Regno, 1840; (Il
finto Stanislao) Nabucodonosor, 1842 (Nabucco); I Lombardi alla Prima
Crociata, 1843; Ernani, 1844; I Due Foscari, 1844; Giovanna d'Arco,
1845; Alzira, 1845; Attila, 1846; Macbeth, 1847; I Masnadieri, 1847;
Jérusalem [Überarbeitung von I Lombardi], 1847; Il Corsaro, 1848;
La Battaglia di Legnano, 1849; Luisa Miller, 1849; Stiffelio, 1850;
Rigoletto, 1851; Il Trovatore, 1853; La Traviata, 1853; Les vêpres
siciliennes, 1855; Giovanna de Guzman (I vespri siciliani) [Überarbeitung
von Les vêpres siciliennes], 1855; Simon Boccanegra, 1857;
Aroldo [Überarbeitung von Stiffelio], 1857; Un Ballo in maschera,
1859; La Forza del destino, 1862; Don Carlos, 1855; Aida, 1871; Simon
Boccanegra [Überarbeitung], 1881; Otello, 1887; Falstaff, 1893
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