![]()
Thüringer Landeszeitung
(14.07.2001)
Akustik, Ambiente Anspruch und Ausführung stimmten beim Konzert von Landeskapelle und großem Chor im Palas
| 13.07.2001 | ||
| Choraler Steigerungslauf gefiel | ||
| Eisenach. (ep/zz) Berühmte Werke großer Opern - der Opern- und Konzertchor des Landestheaters, verstärkt durch Mitglieder des Franz-Schubert-Chores Eisenach, boten Klassiker der Chorwerke. Zweimal war der Palas der Wartburg ausverkauft, zweimal war das Publikum begeistert. Unter der Leitung von Musikdirektor Manfred Jäckel, der derzeit auch den Schubert-Chor führt, begannen Landeskapelle und Chor mit Wagners "Tannhäuser", mächtig, gewaltig zogen die "Gäste" ein, machten sich die "jungen Pilger" lautstark bemerkbar. Über Lohengrin und den Fliegenden Holländer mit dem Chor der Matrosen und dem leisen Lied der Spinnerinnen ging die Reise maritim weiter. Der Sopran mühte sich in die Höhen der Spinnerinnen, erreichte sie mit Mühe. Es gab wenige Wermutstropfen im Konzert. "Sprecht leise, haltet Euch zurück", bat der Chor in Beethovens "Fidelio". Die Landeskapelle - "oh´ welche Lust" - übte musikalisch nicht immer ganz die Zurückhaltung, die sich Jäckel und der Chor wünschten. Bis zum Höhepunkt mit dem Gefangenenchor aus "Nabucco" erlebte das Publikum einen wohltuenden Steigerungslauf über Mozarts Zauberflöte, Smetanas Verkaufte Braut, Lustige Weiber von Windsor, Chorpartien aus Webers Freischütz, Offenbachs "Bacarole" und Verdis Troubadour. | ||
| 13.07.2001 | ||
| Chorprogramm zum Abschied | ||
| Von Hans-Jürgen Thiers |
||
| Eisenach. (tlz) Geht er zu
früh? Wer die Entwicklung des Eisenacher Theaterchores
seit seinem Amtsantritt als Chordirektor vor einigen
Jahren mit wachen Sinnen verfolgt hat, muss diese Frage
einfach bejahen. Denn die Leistung dieses kleinen
eingenständigen Ensembles an einem kleinen Theater hat
seit kurzem zweifellos einen Höhepunkt erreicht, der bei
den vorhandenen Verhältnissen kaum noch zu überbieten
sein dürfte. Ein im Wesentlichen ausgeglichener Klang,
rhythmische Präzision, wachsendes sprachliches und
dynamisches Verständnis - das sind die Ergebnisse
gezielter Schulung, die es nun zu konservieren gilt. Die
sich am meisten dort bemerkbar machen, wo der Chor durch
Laienchöre verstärkt wird, etwa in Puccinis "Turandot"
oder jetzt beim Sonderkonzert auf der Wartburg: Manfred Jäckel
verabschiedet sich mit dem Programm "Berühmte Chöre
aus großen Opern" nach 40 Jahren erfolgreicher
beruflicher Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Der Konzertchor des Landestheaters und Mitglieder des "Franz-Schubert-Chores" Eisenach waren mit von der Partie, und obwohl - man kann es nicht übergehen - die Frauen nicht die beste Position bei der Aufstellung erwischt hatten, traten alle die oben erwähnten Tugenden vorzüglich in Erscheinung. Ja, es war sogar festzustellen, dass die Männerchöre mit ihren allbekannten, allbeliebten Highlights (Jägerchor, Matrosenchor, Gefangenenchor), weit entfernt von hergebrachtem Liedertafel-Gestus, an Geschlossenheit und Schlagkraft des Klanges die Beiträge der Frauen in den Schatten stellten. Chöre aus Tannhäuser, Fliegendem Holländer und Lohengrin, aus Fidelio, Zauberflöte, Verkaufte Braut und Lustigen Weiber von Windsor, aus Freischütz, Hoffmanns Erzählungen, Troubadour und Nabucco erklangen, von der um Differenzierung bemühten Landeskapelle begleitet und moderiert von Hans Gröning, der nicht vergaß, auf die gegenwärtig prekäre Situation des Theaters zu verweisen. Manfred Jäckel verabschiedete sich nach eigener Einschätzung in einen "Unruhezustand", denn manche Aufgabe erwartet ihn bei manchem Thüringer Chor - er bleibt uns also erhalten. Sein Nachfolger im Theater aber wird es nicht leicht haben und sich messen lassen müssen am nun einmal erreichten künstlerischen Niveau. |
||
zuletzt geändert am 14.07.2001