(27.09.2001)

 

Ohrwürmer im Palas der Wartburg
33. Wartburgkonzert des Franz-Schubert-Chores fand großen Anklang


EISENACH. Das 35. Wartburgkonzert des Franz-Schubert-Chores im Festsaal des Palas der Wartburg stand diesmal unter dem Schock der weltweiten Ereignisse. Hatten doch Sänger und Zuhörer die schrecklichen Bilder des Terrors noch vor Augen. Es stellte sich die Frage: Sollen wir das Konzert, das eine organisatorische und musikalische Vorbereitungsphase erfordert, absagen?
Hier half Martin Luther mit seinem Zitat "Und sollte die Welt morgen untergehen, so wollt' ich noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen" über diese zunächst uneinnehmbare Hürde, so der Chorvorsitzende Eckhard Brod, der auch für den noch nicht ganz genesenen Sprecher des Chores, Uwe Ehrich, die Konzertansage übernahm. Der Franz-Schubert-Chor sieht es als seine Aufgabe, durch sein künstlerisches Wirken nicht nur Freude beim Zuhörer zu bewirken, sondern auch zu zeigen, dass man mit den Darbietungen auf das Zeitgeschehen eingehen kann.
Vor fast ausverkauftem Haus bot der Schubert-Chor, der auf Grund der Erkrankung seiner langjährigen Dirigentin, Jutta Peter-Brod, von Musikdirektor Manfred Jäckel geleitet wurde, die breite Palette seines Könnens.
War das Publikum nach den ersten Titeln "O bone Jesu" und "Hymne an die Nacht" nachdenklich verhalten, so löste sich spätestens im mittleren Programmteil mit berühmten Opernchören, den Gefangenchören aus Nabucco und Fidelio, die Spannung. Der letzte Programmteil war dem Namenspatron Franz Schubert zugeordnet. Hier zeigte der Chor erneut, wozu er in der Lage ist. Unter Mitwirkung von Günter Moderegger, Tenor am DNT Weimar, dem Thüringer- Wald-Horn-Quartett und Dagmar Linz (Klavier) kamen Ohrwürmer wie "Nachthelle", "Das Dörfchen", "Der Nachtgesang im Walde" zur Aufführung. Höhepunkte, die vom Publikum mit viel Beifall bedacht wurden.
Das Ende des Konzertes wieder besinnlich mit Bruckners "Musik, du himmlisches Gebilde", dem Hornquartett wie auch die Zugabe "Lasst uns wie Brüder treu zusammen stehen" (Mehuel). Musikdirektor Manfred Jäckel ist dem Chor ein ausgezeichneter Leiter, und alle Mitglieder sind glücklich über diese Fügung. Der Franz- Schubert-Chor dankt seinem Publikum für die Treue und lädt zum Weihnachtskonzert am 9. Dezember, 17 Uhr, schon jetzt in die Sparkasse am Markt ganz herzlich ein.

Reiner BRÜCKNER

 

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zuletzt geändert am 29.09.2001