| 50 Jahre Sangeskunst. Dieses runde jubiläum feiert gerade der Franz-Schubert-Chor. Im Palas der Wartburg kann man die Sänger beim Jubiläumskonzert an diesem Sonnabend erleben.
Von Katja SCHMIDBERGER
Eisenach.
Wer Schuberts "Lindenbaum" liebt, sollte sich am Sonnabend auf den Weg zur Wartburg machen. Denn die 30 Sänger des Schubert-Chores werden nicht nur den "Lindenbaum" zum Besten geben, sondern im zweiten Teil ihres Konzerts noch viele andere Schubert-Stücke. Im ersten Teil werden Liebeslieder aus verschiedenen Jahrhunderten zu Gehör kommen. "Auch zeitgenössische Chorsätze", verrät der erste Vorsitzende Matthias Krah.
Gegründet am 10.September 1956, widmete sich der klassische Männerchor hauptsächlich natürlich der Musik seines Namenspatrons, aber auch Beethoven, Mozart, Brahms sowie Kirchen- und Volkslieder gehören seit der Geburtsstunde zum Repertoire. Heute sind noch 30 Sänger aktiv. Eine Frau hat noch nie mitgesungen, aber durchaus zur Profilierung des Chores beigetragen. Denn von 1981 bis 2000 leitete die Musikpädagogin Jutta Peter-Brod - äußerst erfolgreich - den bekannten Chor, bevor Manfred Jäckel, einst Chorleiter des Eisenacher Landestheaters, die Sangeskunst der Männer weiter profilierte. "Ihrer Arbeit ist es zu verdanken, dass der Chor dieses hohe künstlerische Niveau erreicht hat", sagt Matthias Krah. So errang man bei DDR-Leistungsvergleichen mehrmals die Oberstufen "Auszeichnung" und "Sehr gut". Heute ist der Schubert-Chor für seine Sangeskunst bekannt. Höhepunkt des 50-jährigen Jubiläums ist nicht das Konzert am Sonnabend, sondern eine mehrtägige Romreise. So werden die 30 Sänger vom 26. bis 31. Oktober in die ewige Stadt reisen, sogar ein 50-minütiges Konzert im Pantheon, der ältesten Kirche der Christenheit, geben. Und die Sänger werden am 29. Oktober sogar eine Sonntagsmesse im Petersdom mitgestalten.
1967 reiste der Schubertchor das erste Mal ins Ausland, ins polnische Zakopane. Seit 1967 gestaltet er jährlich ein eigenständiges Konzert im Palas der Wartburg. Bei diesen sind regelmäßig nationale und internationale Künstler zu Gast, beispielsweise Felicia Weathers (USA), Prof. Manfred Scherzer wie auch Künstler des Landestheaters Eisenach und des Nationaltheaters Weimar. Im November 1988 fuhr der Chor sogar nach Marburg, um den Beginn der Städtepartnerschaft zwischen Eisenach und Marburg musikalisch zu begleiten. 2001 waren die Sänger zum Beispiel in Wien, um die Wirkungsstätten ihres Namenspatrons Franz Schubert zu besuchen. Sie schauten sich die Gedenkstätte Schloss Altenbrugg an sowie auf dem Wiener Zentralfriedhof die Gräber Schuberts, Beethovens und Mozarts. 2003 folgte der Chor der Einladung der internationalen Konzertagentur "Music and friends" nach Paris und nahm dort mit großem Erfolg am IX. Pariser Neujahrssingen teil, an dem sich 26 Chöre aus acht L ändern beteiligten. Nun geben die Sänger mit Ihrem Chorleiter an diesem Sonnabend wieder in heimischen Gefilden ein Konzert. Das beginnt um 19 Uhr.
Noch immer gibt es Karten. Die sind zum einen noch im Vorverkauf bei Dieter Kieselbach unter (03891) 21 03 44 zu bekommen. Aber wer will, kann sich auch an der Abendkasse noch eine Karte für 19, 15 oder 11 Euro kaufen.
15.09.2006
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